“Websites sind gar nicht schwer abzusichern, wenn man weiß wie” Experteninterview mit Dr. jur. Ronald Kandelhard

Ronald Kandelhard ist Profi für alles, was mit Verträgen und Rechtstexten zu tun hat. Mit seinen beiden Services easyRechtssicher und easyContracts hilft er seinen Kunden und Mandanten im Paragrafendschungel weiter.

Ronald ist Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht und war vor dem Start seiner Projekte Partner in einer großen Anwaltskanzlei. Er hat sich auf das Thema rechtssichere und abmahnresistente Web-Auftritte spezialisiert. Damit ist er der ideale Interviewpartner zum Thema DSGVO-konformer Webauftritt und DSGVO-Umsetzung allgemein.

Seit wann beschäftigst du dich damit, Unternehmern zu helfen, rechtssichere Websites zu haben?

In meiner Zeit als Lehrbeauftragter habe ich die Anfänge der Internetrechts als Lehrbeauftragter für EDV- (so hieß das damals noch) und Internetrecht begleitet. Da haben wir Juristen noch gestruggelt, um das neue Phänomen rechtlich in den Griff zu bekommen. Aufgrund dieser Vorgeschichte habe ich dann auch als Rechtsanwalt in unserer Sozietät die Fälle mit Bezug zum Internetrecht bearbeitet. Ganz im Vordergrund stand das Thema dann ab Anfang 2017, als ich mich (unter anderem) mit easyRechtssicher selbständig gemacht habe.

Wie bist du auf die Idee für deine Produkte gekommen?

Schon länger war ich mit dem klassischen Justizsystem unzufrieden, weil die Ergebnisse oft nicht optimal waren. Eine Gruppe stand dabei aber immer zwischen den Stühlen. Geschützt sind die Verbraucher, für sich selbst sorgen können die großen Unternehmen, aber hinten über fielen immer die kleinen und mittleren Unternehmen, die Selbstädnigen, die Freelancer. Für die gilt immer das gleiche Recht wie für die großen Unternehmen, nur ohne Marktmacht und Ressourcen für eine Rechtsabteilung. Daher wollte ich schon immer dieser Zielgruppe helfen – und das geht eben am besten durch Automatisierung. Dafür eignen sich Impressum und Datenschutzerklärung und auch der Online Vertragsabschluss gut.

Was interessiert dich an dem Thema so besonders? Für viele scheint das ja recht trocken.

Allgemein finde ich Jura spannend. Trocken ist es nur, wenn man es nicht versteht (man beginnt aber frühestens nach ca. 5 Semestern Studium, es zu verstehen). Wenn man sich ein wenig auskennt, ist es ein riesiges abstraktes Gedankengebäude, in dem man durchaus phantasievoll und kreativ unterwegs sein kann. Ich glaube, es ist dem Programmieren nicht ganz unähnlich, man bewegt sich in einer abstrakten Welt und muss das in die reale Welt übersetzen.

Haftest du eigentlich auch für deine Texte? Viele Anbieter schließen ja kategorisch jede Haftung aus.

Ja, selbstverständlich. Wie jeder andere, wenn ich einen Fehler mache, hafte ich dafür.

Wie lange braucht man in der Regel, um seine Website abzusichern?

Nun ja, mit unseren Tools bist Du oberflächlich in 2-3 Minuten fertig, danach kommt es darauf an, wie viele Tools Du hast, wie viele Funktionen. Gerade bei Shops kann man dann schon einige Stunden brauchen.

Was ist deine Prognose für die nächsten 2 Jahre, wird sich viel ändern bzgl. DSGVO und Webseiten?

Es wird immer Änderungen geben, aber wahrscheinlich erst mal keine so grundlegende wie die DSGVO.

Was denkst du über die e-Privacy Verordnung, wird es ähnlich wie zur Einführung der DSGVO? Müssen sich Webseitenbetreiber darauf vorbereiten?

Im Moment unklar, ob die kommt. Aber praktisch fängt der EuGH wohl gerade schon an, sie letztlich über eine Auslegung der anderen Richtlinien der EU schon umzusetzen. Gerade bei Cookies und Tracking werden wir einige Änderungen in nächster Zukunft haben.

Woher nimmst du deine Expertise zum Thema?

Zuerst habe ich das Thema an der Universität unterrichtet (da kannten die meisten Professoren dieses “neue Internet” noch gar nicht) und als Anwalt habe ich viele Mandanten aus der “Internetwelt” beraten und vertreten

Was sind denn die häufigsten Fehler, die dir so auf Websites auffallen? Hast du eine Top 5?

Ganz schwer (ist auch ein wenig subjektiv):

  • nicht ausreichende Datenschutzerklärung
  • auf jeden Fall: Verwendet einen Disclaimer, den sollte man nämlich löschen – ja, sofort (siehe https://easyrechtssicher.de/disclaimer/)
  • keine Social Media Fanpages in der Datenschutzerklärung erwähnt
  • gerade bei nicht Shops, die Anforderungen für Bestellungen, grade von Verbrauchern sind nicht eingehalten
  • abmahnbare AGB auf der Website.

Für wen sind deine Produkte überhaupt geeignet und wie funktionieren sie?

easyRechtssicher ist geeignet für jeden, der eine Website hat.

Die Nutzung ganz einfach:

  1. nach der Bestellung einloggen
  2. Datenschutz-Generator einstellen
  3. Impressum-Generator einstellen
  4. das für Dein System passende Plugin aussuchen (z.B. WordPress, Joomla, Typo3)
  5. auf Deiner Website hochladen und Code eingeben
  6. ggf. noch Social Media Generator nutzen
  7. Dann bist Du automatisiert abgesichert, ändert sich rechtlich etwas, wird das von uns eingestellt und über das Plugin auf Deine Website gespielt

easyContracts ist besonders für Online Unternehmer geeignet

  • passenden Vertrag bzw. AGB aussuchen
  • soweit erforderlich gem. den beigefügten Hinweisen anpassen
  • bei Fragen an mail@easyContracts.de wenden.

Hast du noch ein Paar abschließende Worte für die Leser?

Bleibt den Abmahnern – und besser auch den Gerichten fern. Bereitet Euch vor, aber habt nicht zuviel Respekt vor rechtlichen Konsequenzen.

Das Interview führten Oliver Engel (Geschäftsführer DeinData GmbH ) und Dr. jur. Ronald Kandelhard (Fachanwalt und Gründer von easyRechtssicher und easyContracts).